Nukular! Das Wort heißt Nukular!

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Frei nach diesem Zitat des gelbfarbigsten Atomtechnikers der Welt (bewusst wurde nicht „blödesten“ verwendet), versammelten sich am 17.04.2016, an einem mehr als sonnigen Tag, Menschen aus dem gesamten DeBeNeLux (höhö) Gebiet am Gare du Guillemins. Diese Menschen, die kaum die 400 an der Zahl zu erreichen schafften, waren aber nicht wegen der Dali Ausstellung vor Ort, noch wegen des halbwegs passablen Quicks am Bahnhof. Es waren auch nicht die edlen Toiletten, oder die bezaubernde Architektur des Bahnhofs – es ging sich um ein Zeichen, welches wieder einmal gegen die technischen Museen Tihange und Doel gesetzt werden sollte – technische Museen deshalb, weil es noch die harmloseste Abwertung dieser dampfenden Uranscheisshaufen ist. Man verzeihe mir die Wortwahl später einmal…

War man nämlich die letzten Jahren nicht gerade im Koma, so dürfte man es auch mitbekommen haben: Diese schönen Kraftwerke schalten häufiger ab, als ein Berufspolitiker im Bundestag. Im Gegensatz zu unseren Volksvertretern, tun diese beiden Kraftwerke das aber nicht auf freiwilliger Basis; hin und wieder brennt mal was durch, dann mal etwas schwach strahlendes Wasser für die Maas (ja, da angelt so mancher tatsächlich noch drin rum) und wenn das nicht reicht, so haben diese beiden Schnuckelchen an ihren Reaktorbehältern Risse. Ein paar tausend Risse.
Insgesamt also eine solide Basis für einen „Brennstoff“, der, bei unsachgemäßer Handhabung, durchaus dazu fähig ist ein paar Quadratkilometer (je nach Wind und Austrittsmenge auch ein paar mehr) für einige tausend Jahre vollständig unbewohnbar zu machen. Ein Träumchen.

Dies ist aber keine Erscheinung der letzten Jahren, nein! Tihange ist schon seit längerer Zeit dafür bekannt gefährlich zu sein, nur hat sich bisher irgendwie nicht so wirklich jemand dafür interessiert. Bis heute.

Wie es zu diesem spontanen Sinneswandel wohl kam? Böse Zunge vermuten eine japanische Präfektur, die in Zukunft für sprechende Tomaten und radioaktive Riesenechsen berühmt werden dürfte. Dass, dank einer ukrainische Touristenattraktion, auch im Süden Bayerns Wildschweine mit einem Geigerzähler aufgespürt werden können und die Jäger keine Nachtsichtgeräte brauchen, ist im aktuellen Bevölkerungsgedächtnis nicht mehr so ganz präsent. Liegt vielleicht an der letzten WM, oder dem RTL Nachmittagsprogramm.

Wie dem auch sei: Ich war dabei an dem Tag, habe Fotos gemacht, habe mich über die geringe Teilnahme gewundert… der Rest ist unerheblich, da auch die Presse nur bedingt darüber berichtet hat. Es ist eben kein Thema, welches so spannend wie der Streit zwischen Böhmermäään und Erdogan ist. Dafür muss erst ein kleines Wölkchen Strahlung über die Grenze wandern – vielleicht klappt es dann, mit der Motivation der Bevölkerung …

 

P.S.: Wer den Bahnhof mal sehen will:

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