Warum Instagram eigentlich gar nicht mal so kacke ist (war)…

Wer mir bisher gefolgt ist, der wird bemerkt haben dass es diese Seite schon eine ganze Weile gibt und ich sie auch fast immer regelmäßig pflege (bis auf eine kleinere Auszeit).
Um genau zu sein: Seit 2012 betreibe ich diesen Blog und zugleich eine FacebookSeite, mit diesem seltsamen Namen und trotz der bisher gestiegenen Qualität, meiner aktiven Zurückhaltung bei Beiträgen… 487 Likes auf Facebook. In vier Jahren. Ja, da hat manch eine Frittenbude mehr Likes nach zwei Wochen – und seien wir einmal ehrlich: Wir alle lieben die Likes, den Fame, den Ruhm – ansonsten würden wir gar nichts bei Facebook veröffentlichen. Man muss es sich nur einmal eingestehen, dann tut es auch nicht mehr so weh.
Gut, meine Fotografie kann man im besten Fall als Nischenprodukt bezeichnen – denn, auch wenn die Szene anderer Ansicht ist, so sind verfallene Gebäude kein künstlerischer Aspekt, der in der breiten Masse angekommen ist. Einige sehen das anders – aber es gibt ja auch bis heute Menschen, die daran glauben dass die Welt maximal 6000 Jahre alt, oder eine Scheibe ist (oder dass die SPD für die Arbeiterklasse da wäre… buahahaha…).
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Ma brain hurtz
Lange Rede, kurzer Sinn: Mein Erfolg auf Facebook ist bescheidener Natur und daran wird sich irgendwie leider nur wenig ändern lassen können, so lange ich nicht in der Presse auftauche, oder um Likes bettel – oder sie sogar kaufe. Beides Dinge, ich mehr als nur ungerne tue.
So habe ich bereits seit einiger Zeit nach Alternativen gesucht, die vom Facebookalgorhitmus nicht betroffen sind. Durchprobiert habe ich viele Möglichkeiten…

  1. Flickr: Das ehemalige Fotomekka der Welt, von allen einst geliebt, dümpelt mittlerweile irgendwie bescheiden vor sich hier und ist, dank der Yahooanpassungen, so sozial wie eine Walzenspinne. Mittlerweile totenstill. Gerne nutze ich es dennoch, nur muss man nicht glauben dort ein größeres Publikum erreichen zu können – Flickr ist eher etwas zum Entdecken geworden, wenn die Langeweile einkehrt und man einen Ausblick in die Welt sucht.
  2. 500px: “V+F!!!1!einseins”, oder auch “Stunnniinnnggg!!!!Visit my work, bitch” sind die grundsätzlichen Kommentare und Reaktionen, die man dort erhält. Ist das Bild nicht knatschbunt, spammt man nicht fremde Kommentarzeilen voll und ist man nicht schon “Irgendwer”, dann kann man es grob und folgerichtig vergessen, dort irgendjemand zu werden. Abgesehen davon: 500px hat mit einem chinesischen Medienkonzern vor einiger Zeit eine Partnerschaft vereinbart – das hat dazu geführt, dass man eure (wie auch meine) Bilder in China in voller Auflösung herunterladen konnte. :facepalm:
  3. Viewbug & Co.: Alles Plagiate von Plagiaten ähh Kopien… eine Seite immer nur minimal anders, als die vorhergegangene und im Endeffekt alles gleich langweilig aufgebaut. Man postet sein Bild, hat ein Zeitfenster von 10-25 Sekunden -in denen es auf der Hauptseite sichtbar ist- und danach verschwindet das Bild in den Datenhalden des www. Was im Endeffekt mit diesem Datenbestand später einmal passiert… keiner weiß es so recht.
  4. Eyeem: Ich habe noch nie eine sinnlosere “Community” gesehen, wie diese. Als Basis dient die große Gier eines Konzerns (Getty), der Rest soll User irgendwie bei der Stange halten. Leute betrachten deine Bilder, fügen sie zu irgendwelchen sinnbefreiten Sammlungen hinzu (“Rost”, “Macht mich rattig”, “guck ich gern auffem Klo”) und die meisten können weder schreiben, noch liken, noch gescheit die Tastatur mit dem Kopf treffen.

Insgesamt machen diese Portale aber eine Sache gleich gut: Sie “saugen” die persönliche Arbeitskraft auf und verbrauchen Zeit. Richtig gelesen: Ihr investiert Energie und Zeit, die ihr in andere Dinge besser hättet verbraten können (z.B. Butterbrote schmieren für die nächste Fototour). Ihr kramt die Kategorien raus, verschlagwortet, fügt die Bilder in Alben ein, setzt Stichwörter und wofür? 200 Views, 10 Likes und einen Kommentar, den sich der schreibende Ausfluss auch hätte sparen können. Kritik, Anregungen oder Kontakte? Vergesst es – dafür sind solche Plattformen nicht da, auch wenn sie sich “Social” nennen. Es gibt nichts unsozialeres, nichts ärmeres an Austausch, als die sozialen Netzwerke wenn es um den Bereich der Kreativität geht.

In dieser Verzweiflung bin ich dann auf Instagram gestoßen; Ein Netzwerk, welches sich so gar nicht sozial darstellt. Es gibt keine Gruppen, keine Alben… ja bis vor kurzer Zeit konnte man sich noch nicht einmal Nachrichten schicken – wieso also dorthin? Weil Instagram nicht heuchelt: Ihr postet Bilder, andere liken und im Extremfall kommentieren sie sogar – kein unnötiges Geblubber, keine toten Gruppen (in denen eh keiner was postet) und ihr könnt auch nur das sehen, was ihr sehen wollt. Es ist so erfrischend, weil die “Verwalter” euch nicht verarschen.
Doch wie verteilt man auf Instagram seine Bilder? Hashtags! Einfach ein #vegan und schon werden die Bilder unter dem Hashtag gesammelt. Bringt im veganen Fall natürlich massig likes für blutige Rindersteaks.
So war ich für einige Zeit sehr glücklich und erstaunt, dass ich mit relativ wenig Aufwand viele Leute dort erreichen konnte und pro Bild immer mindestens 30-50 “Aufmerksamkeiten” bekommen konnte (obwohl ich nur ein kleiner Fisch bin).
Bisher war das also eine ganz feine Sache, da die Bilder schön in chronologischer Reihenfolge sortiert wurden. Seit neuestem jedoch, zum großen Bedauern aller Foodfotografen und Selfiefreaks, hat Facebook nun auch hier reingehauen und seine zweifelhafte Sortierung den Instagrammern aufgezwungen. Das Ergebnis? 12-18 Likes und weniger Reichweite für die kleinen Nutzer. War es das wert für Facebook, denen Instagram ja mittlerweile gehört? Die Zeit wird es zeigen, aber erstmal bleibe ich bei Instagram und verteile dort meine verschimmelten Buden an die Randgruppe.
Wer das ganze sehen möchte: https://www.instagram.com/madmanfab… und viel Spaß

 

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